MEN OF MAYHEM ist eine etablierte Lifestyle- und Bekleidungsmarke für Motorradfahrer. Der Shopify-Shop investiert in Performance Marketing über verschiedene Kanäle wie Meta, Google Ads, TikTok und Pinterest. Damit Kampagnen zuverlässig optimiert werden können, ist eine saubere Datengrundlage essenziell.
Genau hier lag allerdings das Problem.
Das Problem
Als wir das Tracking auditieren sollten, zeigte sich schnell, dass es sich nicht um einzelne Fehler handelte.
Praktisch jede Plattform erhielt fehlerhafte oder widersprüchliche Daten.
Bereits im Google Tag Manager fielen mehrfach ausgelöste dataLayer-Events auf. Gleichzeitig wurde das Add-to-Cart-Event überhaupt nicht erfasst, wodurch dieser wichtige Schritt im Kaufprozess weder in GA4 noch in den angebundenen Marketingplattformen sauber gemessen werden konnte. Zusätzlich sorgten mehrere Shopify-Liquid-Dateien für doppelte dataLayer-Events.
Doch damit hörten die Probleme nicht auf.
Meta
Die Meta Events zeigten ein ungewöhnliches Verhalten.
Es wurden teilweise mehr Browser-Events als Server-Events erfasst – ein klares Indiz für mehrfach ausgelöste Browser-Events. Gleichzeitig war die Deduplizierung der Purchase-Events nur teilweise umgesetzt, wodurch Browser- und Server-Events nicht zuverlässig zusammengeführt werden konnten.
Google Ads
Auch das Google Ads Tracking war historisch gewachsen.
Die Conversions liefen über verschiedene Integrationen, unter anderem Simprosys. Zwar wurden Purchase-, Add-to-Cart- und Begin-Checkout-Events übertragen, allerdings fehlten bei allen Conversion-Aktionen wichtige Werte wie der Conversion Value.
TikTok
Hier wurde es besonders deutlich.
PageViews wurden doppelt erfasst, ViewContent ebenfalls mehrfach und Add-to-Cart teilweise sogar dreifach ausgelöst. Zusätzlich war eine falsche TikTok Pixel ID eingebunden.
Auch Pinterest erhielt doppelte PageView-Events auf Produktseiten.
A/B Testing
Selbst das eingesetzte ABlyft-Skript wurde gleichzeitig über den Google Tag Manager und direkt im Quellcode geladen.
Das Ergebnis: Potenziell verfälschte Experimentdaten, weil Besucher mehrfach erfasst wurden.
Kurz gesagt: Das eigentliche Problem war nicht ein einzelner Pixel.
Es existierten mehrere Tracking-Quellen, verschiedene Integrationen und unterschiedliche Logiken gleichzeitig. Dadurch erhielt jede Plattform leicht unterschiedliche Daten.
Unsere Herangehensweise
Anstatt einzelne Fehler zu korrigieren, haben wir das Tracking vollständig neu aufgebaut.
Ziel war eine zentrale Tracking-Architektur, in der sämtliche Plattformen dieselbe Datenbasis verwenden.
Dafür implementierten wir:
- einen Client Side Google Tag Manager
- einen eigenen Server Side Google Tag Manager
- zentral gesteuerte Integrationen für Meta, Google Ads, GA4, TikTok und Pinterest
- saubere Event-Deduplizierung zwischen Browser und Server
- konsistente Event-Parameter über alle Plattformen hinweg
- vollständige Bereinigung historisch gewachsener Tracking-Implementierungen
- Entfernung sämtlicher paralleler Integrationen wie Simprosys und anderer redundanter Trackingquellen
Zusätzlich implementierten wir sämtliche relevanten E-Commerce-Events entlang der Customer Journey.
Neben den klassischen Events wie View Item, Add to Cart, Begin Checkout und Purchase wurden auch separate Neukunden- und Bestandskunden-Events eingeführt.
Dadurch können Plattformen wie Meta künftig gezielt zwischen Erstkäufern und Bestandskunden unterscheiden und Kampagnen entsprechend optimieren.
Das Ergebnis
Nach der Migration lief das gesamte Tracking ausschließlich über eine zentrale Tracking-Infrastruktur.
Die verschiedenen Marketingplattformen erhielten nun konsistente Daten aus einer gemeinsamen Quelle, anstatt auf unterschiedliche Integrationen mit eigener Logik angewiesen zu sein.
Dadurch konnten wir unter anderem erreichen:
- keine mehrfach ausgelösten Events mehr
- saubere Event-Deduplizierung
- vollständige Erfassung aller relevanten E-Commerce-Events
- konsistente Parameter über sämtliche Plattformen
- zentrale Verwaltung sämtlicher Tracking-Integrationen
- zuverlässigere Attribution
- deutlich höhere Datenqualität für Performance Marketing
- eine stabile Grundlage für die Optimierungsalgorithmen von Meta, Google Ads, TikTok und Pinterest
Unser Fazit
Server Side Tracking allein behebt keine Tracking-Probleme.
Wenn Events doppelt ausgelöst werden, wichtige Parameter fehlen oder verschiedene Integrationen parallel Daten senden, gelangen diese Fehler lediglich über einen anderen Übertragungsweg an die Werbeplattformen.
Der eigentliche Mehrwert entsteht erst durch eine saubere Tracking-Architektur: eindeutige Event-Definitionen, konsistente Parameter, zuverlässige Deduplizierung und eine zentrale Steuerung aller Plattformen.
Genau das haben wir für MEN OF MAYHEM umgesetzt.