8 min Lesezeit

15 Tipps, die Absprungrate zu verbessern

Christoph Böcker

Gründer von growganic

Zuletzt aktualisiert: 11. März 2026
Inhaltsverzeichnis
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Eine hohe Absprungrate im E-Commerce zieht Conversion Rates runter und kann dir Umsatz klauen. Wir geben dir 15 Tipps, mit denen du deine Absprungrate verbessern kannst.

Was ist die Absprungrate im E-Commerce?

Die Absprungrate (Bounce Rate) beschreibt die Rate aller User, die nur eine einzige Seite in deinem Shop besuchen und dort keine Aktion, also keinen Klick, ausführen.

Die User sind entweder über die Eingabe der URL, über eine Werbung, einen QR-Code, eine Weiterleitung auf einer anderen Website, einen Suchmaschinen-Link, einen AI Overview Link oder einen ChatGPT-Link auf einer deiner Seiten gelandet. Dabei kann fast jede Seite von einem Absprung betroffen sein. Googlet jemand zum Beispiel „Turnschuhe“, kann der User auf einer Kategorieseite für Schuhe, auf deiner Startseite oder auf einer Produktseite landen.

Ein Warenkorbabbruch ist deswegen per Definition kein Absprung — schließlich mussten deine User (meistens) erst eine Aktion ausführen, um auf den Warenkorb zu kommen.

Ein Exit Intent kann zum Absprung werden. Schließlich ist der Exit Intent in erster Linie nur der Gedanke bzw. Wunsch, die Seite zu verlassen. Ein Exit Intent kann aber auch auf sekundären Seiten ausgelöst werden und wird dann zur Exit Rate (Ausstiegsrate) gezählt.

Wie wird ein Absprung gezählt?

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, einen Absprung auszulösen. Landet jemand auf der Übersichtsseite für Turnschuhe, obwohl die Person nach Socken gesucht hat, wird die Person vermutlich auf den Zurück-Button des Browsers klicken und so abspringen.

Auch den Tab oder Browser zu schließen wird als Absprung gewertet, ebenso wie manuell eine URL in der URL-Leiste einzugeben.

Was ist eine gute Absprungrate?

Die Benchmark für Absprungraten variiert je nach Zweck der Website, Art des Contents und Ziel der einzelnen Page.

Verkaufsseiten, wie etwa Produktseiten, haben eine durchschnittliche Absprungrate von 20 – 40 Prozent, wobei andere Quellen von bis zu 55 Prozent Absprungrate sprechen.

Laut einer Statista-Studie aus November 2025 lag die durchschnittliche Absprungrate im E-Commerce im September 2023 bei 38,7 Prozent. Es gibt jedoch Unterschiede innerhalb der Branchen: Gesundheit & Beauty haben mit 51,6 Prozent die höchste Absprungrate, Lebensmittel und Getränke haben mit 30 – 35 Prozent die niedrigste Bounce Rate.

Der Gesamtkonsensus ist, dass im E-Commerce eine Bounce Rate ab 70 Prozent problematisch ist.

Gründe für eine hohe Absprungrate

Es gibt unterschiedliche Gründe für eine höhere Bounce Rate auf deiner Seite.

Schaltest du viel Werbung auf Social Media, kann es sein, dass deine Absprungrate sehr hoch ist. User klicken beim Instagram-Scrolling auf die Anzeige und verlassen deine Webseite dann sofort wieder, wenn sie kein Interesse an dem Produkt haben, die Marke nicht kennen oder vielleicht versehentlich auf die Anzeige geklickt haben, da sie dachten, es sei ein organischer Post.

Schlechte Suchmaschinenoptimierung (SEO) kann ebenfalls ein Grund für eine hohe Absprungrate sein. Suchen deine User nach bestimmten Begriffen und landen dann auf einer Seite mit Inhalten, die nichts mit ihrem gesuchten Thema zu tun hat, werden sie den Absprung schaffen und sofort verschwinden. Die unerfüllten Erwartungen der Website-Besuchenden können auch zu Frust und einer negativen Meinung über dein Unternehmen führen.

Ebenfalls frustrierend ist eine schlechte Website Performance. Laden deine Inhalte zu langsam, werden Bilder nicht richtig angezeigt oder dauert es ewig, bis die nächsten Produkte auf einer Endlos-Scroll-Kategorieseite angezeigt werden, springen User schneller ab.

Auch Videos oder Musik, die automatisch abspielen, können deine Absprungrate verschlechtern. Einerseits sind sie nicht barrierefrei, andererseits ist es einfach nur nervig, wenn unerwartet Musik läuft, besonders, wenn deine User beim Surfen Musik hören, ein Video schauen oder ohne Kopfhörer in der Öffentlichkeit unterwegs sind.

Apropos in der Öffentlichkeit unterwegs: die meisten User besuchen deine Website mobile. Ist dein Shop nicht Mobile optimiert, springen deine Visitor schnell wieder ab.

Absprungrate verbessern mit diesen Tipps

Folgend möchten wir dir ein paar Tipps vorstellen, mit denen du deine Absprungrate verbessern kannst. 

1. Content anpassen

Wenn du besonders auf Produktseiten oder textlastigen Seiten eine hohe Absprungrate bemerkst, solltest du dir den Content genau ansehen. Auf welche Keywords rankt der Inhalt? Ist er vielleicht irreführend oder passt nicht zu der Suchintention der User? Ist es zu viel oder zu wenig Text, ist die Sprache der Zielgruppe angemessen? Der Bereich Content & SEO hat viele Schraubstellen, an denen du drehen kannst, um deine User länger auf der Seite zu halten und von deinem Shop zu überzeugen. 

2. Mobile optimieren

Funktioniert dein Shop mobile? Eine schlecht mobile Seite kann der Grund dafür sein, dass deine User nicht konvertieren. Ist die Navigation umständlich, weil Buttons sich nicht ordentlich klicken lassen oder werden Akkordeon-Module nicht ausgeklappt, kann das für Frust sorgen und zum Absprung führen. Teste die mobile Version wirklich auf Herz und Nieren. Manchmal gehen User nämlich Wege, die dein Team beim Design und der Entwicklung nicht antizipiert haben. 

3. Ladezeit verbessern

Video- und Bild-Content oder komplexe Website-Elemente können die Ladezeit deiner Website verlangsamen. 63 Prozent der Shopper verlassen Online Shops, wenn die Seite länger als 4 Sekunden braucht, um zu laden (Statistik von 2022). Google spricht sogar davon, dass die optimale Ladezeit einer Mobile Website bei 2,5 Sekunden liegen sollte. Wie schnell lädt dein Shop? Gibt es Seiten, die deutlich langsamer oder schneller laden? Vorallem, wenn du die Page Speed einzelner Seiten mit der Exit Rate oder der Bounce Rate in Korrelation setzt, kannst du schnell erkennen, ob du deinen Page Speed verbessern solltest.

4. Pop-ups reduzieren

Pop-ups bringen Conversions, das ist nicht zu verleugnen. Aber das falsche Pop-up zur falschen Zeit, ein übermäßig großes Pop-up, eine schwer zu schließendes oder gar eins mit Video/Ton? 73 Prozent deiner User finden genau das nervig und verlassen deine Webseite lieber. Deswegen sollten deine Pop-ups deinen Usern wirklich einen Mehrwert bieten und ihnen nicht das Gefühl geben, sie in ihrer Customer Experience zu stören. Kleinere Pop-ups oder Pop-ups mit Gamification-Elementen bringen dich viel weiter. Achte auch hier darauf, dass die Pop-ups mobile nicht zu störend sind und sich gut bedienen lassen.

5. Produktvideos einbinden

Produktbilder und Videos, die Produkte von allen Seiten oder (im Falle von Kleidung und Accessoires) in Bewegung zeigen, sind mittlerweile unabdingbar. Produktseiten mit Videos weisen im Durchschnitt 37 Prozent mehr Add To Carts auf, als eine Produkt-Webseite ohne Video. Wie bereits erwähnt sind aber die wenigsten User Fans von automatisch abspielenden Videos oder Ton.

Nehmen wir als Beispiel die Gymshark Produktseite „Vital Light Long Sleeve Top“. Auf der Seite sind Above The Fold Produktfotos am Model zu sehen. Eine der Kacheln ist ein Video. Es fügt sich gut in das Layout ein, hat keinen Ton und kann durch den Stopp-Button in der unteren rechten Ecke des Videos jederzeit gestoppt werden.

Das Video ist nur für die Farbe „Black“ Above The Fold in den Kacheln einsortiert. Die Farbe „Black Marl“ hat das Video weiter unten, die Farbe „Heavy Blue“ hat ein anderes Model und das Video ebenfalls nur weiter unten. Das untere Video ist in jedem Fall gleich und zeigt immer das gleiche Model in dem Shirt „Black Marl“.

6. Navigation verbessern

Ist deine Navigation verständlich und intuitiv? Finden deine User sich auf deiner Seite gut zurecht? Folgt deine Webseite mit ihren Unterseiten und Inhalten immer der gleichen Logik? Mithilfe von Heatmaps und Umfragen kannst du herausfinden, ob deine Navigation verständlich ist. Sind die User verwirrt und finden sich in Online Shops nicht zurecht, dann führt das zu einer hohen Bounce Rate.

7. Klar beschriftete CTAs

Ähnlich wie bei der Navigation gilt auch bei Call To Actions: Wie verständlich sind sie?

Ist eine CTA nur „hier klicken“, dann ist es für die User Experience unvorteilhaft, da viele Visitor deine Seite nur überfliegen. Aber ein kurzer Satz unter dem CTA kann deine User abholen und ihnen ein besseres Erlebnis bieten, das dazu führt, sie im Shop zu halten. Die CTAs brauchen mehr Kontext, das bestätigen auch mehrere UX Writing Experts.

Ein Beispiel: Deine CTA ist „jetzt kaufen“, das ist klar und verständlich. Wenn du unter dem Button noch den kurzen Satz „nur noch 10 verfügbar“ hinzufügst, erschaffst du einerseits mehr Kontext und regst andererseits durch die (künstliche) Verknappung und den Handlungsdruck User zum Kauf an.

Es gilt: je kürzer und präziser dein CTA, desto besser. Deine Customer haben nicht die Zeit und Geduld, sich durch zahlreiche Inhalte zu lesen, wenn sie mit einer Kaufintention in Onlineshops landen.

8. Interne Verlinkungen verbessern

Weniger relevant in Online Shops, aber dennoch nicht zu vernachlässigen sind interne Verlinkungen. Dazu zählen zum Beispiel Verlinkungen auf Kategorieseiten, die zu einer Unterseite führen oder vice versa. Hast du einen Blog, solltest du deine Produkte oder Kategorien auch dort verlinken. Liest jemand einen Artikel über Ashwaganda, erwartet diese Person, dass das Produkt verlinkt ist oder man es gar direkt dem Warenkorb hinzufügen kann.

Gute interne Verlinkungen regen zum Weiterklicken an und reduzieren dadurch eine hohe Absprungrate.

9. Breadcrumb Navigation etablieren

Die Breadcrumb Navigation ist die Navigation, die du oben auf einer Unterseite siehst. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Website Navigation und können auch zu einem verbesserten SEO beitragen. Und ja, der Begriff hat seinen Ursprung tatsächlich im Märchen „Hänsel & Gretel“, in dem die beiden Kinder Brotkrümel verstreuen, um ihren Weg zurück nach Hause zu finden. So ähnlich kannst du dir deine Breadcrumbs auch vorstellen. Am Anfang steht deine Startseite und dann führst du deine User über immer präzisere Kategorien bis hin zu ihrem aktuellen Produkt.

Breadcrumb-Beispiel auf der Seite von MediaMarkt

Landen deine User zum Beispiel durch eine Ad auf einem E-Reader, möchten aber lieber ein anderes Modell oder eine andere Marke, können sie in der Breadcrumb Navigation einfach auf „E-Reader“ klicken und erhalten eine Übersicht über alle verfügbaren E-Reader im Shop.

Hast du keine Breadcrumb Navigation, müssten sie über das Header-Menü navigieren oder über Produktverschläge. Das ist im ersten Schritt oft zu umständlich und führt zu einer erhöhten Absprungrate.

10. Suchleiste / Suchfunktion verbessern

Ich habe bereits auf LinkedIn über die Relevanz der Suchleiste gesprochen. Viele User kommen bereits mit einer bestimmten Vorstellung in deinen Shop und wissen in ungefähr, was sie kaufen möchten. Sie haben das ungefähre Produkt, zum Beispiel „E-Reader“ oder „Trockennahrung Welpe“, in einer Suchmaschine eingegeben und sind auf einem deiner Produkte gelandet. Oder sie landen auf einer Landing Page, weil sie zum Beispiel einer Ad gefolgt sind oder über dein Social Media Profil kommen. In beiden Fällen werden sie als erstes deine Suchleiste ansteuern.

Ist sie einfach zu finden und dort, wo man sie für gewöhnlich erwartet? Sind die Suchergebnisse gut oder wird ihnen neben Hundenahrung auch Katzennahrung angezeigt?

Wir haben bei einem Kunden einen einfachen Test vorgenommen: die Suchleiste als Sticky Search Bar oben fixiert.

So hatte die Kundschaft sie zu jeder Zeit griffbereit, egal, wie weit sie die Kategorie- oder Produktseite bereits heruntergescrollt sind.

Das Ergebnis: geringere Absprungrate, höhere Conversion Rate, mehr Umsatz.

Aber: Das funktioniert nicht in jedem Shop, weswegen du solche grundlegenden Änderungen an der Funktion deines Shops immer vorher in einem A/B-Test untersuchen solltest.

11. Ansprechendes, modernes Design

Die Gestaltung deines Shops ist fast so wichtig, wie die Produkte, die du anbietest. Sieht es veraltet aus, erwarten User veraltete Produkte oder lange Lieferzeiten. Hier ist aber auch die Branche entscheidend: Beauty & Health-Produkte sowie Elektronikgeräte verlangen nach einem modernen Design, das zeigt, dass die Produkte modernen Standards entsprechen.

Gleichzeitig sollte das Design deine Produkte highlighten und sie übersichtlich darstellen. Dann steigt die Chance, dass deine User sich durch deine Produkte klicken, statt abzuspringen.

12. Vertrauen stärken

Können deine User deiner Webseite vertrauen? Du kannst das Vertrauen in deine Website mit unterschiedlichen Faktoren steigern:

  • Social Proof & Bewertungen deiner Artikel, die für den Erfolg deiner Produkte sprechen
  • relevante Metriken in den Fokus rücken, zum Beispiel wie lange es deinen Shop bereits gibt oder wie viele positive Bewertungen abgegeben wurden
  • Trust-Siegel von Trusted Shops, OMR Review (bei SaaS-Tools), Google, etc. anzeigen
  • Nachhaltigkeits-Nachweise anzeigen (sofern relevant und kein Greenwashing)
  • Produkt-Videos auf den Produktseiten, um den tatsächlichen Fit oder die Funktion deiner Produkte zu demonstrieren — in Zeiten von zunehmenden AI-Produktbildern schafft ein reales Bild und echtes Video Vertrauen

13. Filteroptionen verbessern

Sind die Filter deines Shops gut, sinkt die Wahrscheinlichkeit für Absprünge. Landen deine User auf einer Kategorie-Seite, möchten sie vielleicht genauer eingrenzen, wonach sie suchen. Vielleicht möchten sie gezielt einen E-Reader von Tolino oder Amazon kaufen oder sie suchen nach einem grünen Shirt für die anstehende Hochzeit und filtern direkt danach. Sind deine Filteroptionen schlecht oder dein Filter-Programm umständlich, werden sich kaum User dadurch klicken, sondern springen mit einer schlechten User Experience ab.

14. Gute Produktempfehlungen

Sicherlich schlägst du deiner Kundschaft bereits ähnliche Produkte vor oder highlightest deine Bestseller. Eine gute Produktempfehlungsstrategie kann deine Absprungrate verbessern, indem User sich von den Produkten angesprochen fühlen und sich durchklicken möchten. Hast du auf einem E-Reader nur Empfehlungen zu Monitoren oder Computermäusen, wird sich kaum jemand die zusätzlichen Produkte ansehen. Andere E-Reader-Modelle oder komplementäre Produkte wie eine Hülle oder Tasche hingegen regen zum Klicken an.

Mehr zu Produktempfehlungen liest du in unserem Blog-Artikel.

15. Personalisierung

Gute Produktempfehlungen gehen Hand in Hand mit der Personalisierung in deinem Shop. Eine gute Personalisierung hilft dir dabei, deine Kundschaft in deinem Shop zu halten. Sprich sie persönlich an, schlage ihnen Produkte vor, die sie wirklich brauchen oder biete personalisierbare Produkte an. Viele Personalisierungen im E-Commerce sind schnell umgesetzt und fördern die Interaktion mit deiner Webseite.

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Fazit

Um die Absprungrate zu verbessern, sind hochwertige Inhalte, eine benutzerfreundliche Gestaltung, optimierte Ladezeiten und gezielte interne Links entscheidend. Zudem sollten Pop-ups sparsam eingesetzt und Content ansprechend formuliert werden, um die Nutzererfahrung zu steigern. Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich die Absprungrate senken, was sich positiv auf die Conversion Rate und den Erfolg deines Online-Shops auswirkt.

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