6 min Lesezeit

Server Side Tracking: Definition und Vorteile

Zuletzt aktualisiert: 21. April 2024
Inhaltsverzeichnis
Autor
Christoph Böcker
Gründer von growganic
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Spätestens mit der Umstellung auf Google Analytics 4 beschäftigen sich viele Unternehmen mit Server Side Tracking und steigen vom Third Party Tracking auf First Party Tracking um. Wo genau die Unterschiede liegen und welche Vorteile du beim Einsatz von Server Side Tracking hast, liest du in diesem Beitrag.

Was ist Server Side Tracking?

Server Side Tracking (auch Server Side Tagging oder kurz SST) bezeichnet eine grundlegend andere Art und Weise, wie das Datentracking realisiert wird. Die Daten werden hier nicht über den Browser des Users und über einen Server von Drittanbietern an den Empfänger gesendet, sondern von einem (eigenen) Server aus.

Um den Unterschied zu verstehen, sehen wir uns zunächst mal an, wie das Client Side Tagging funktioniert, das in den vergangenen Jahren dominiert hat.

Client Side Tagging: Klassisches Tracking

Beim Client Side Tagging (clienseitigem Tracking) wird ein Javascript-Zählpixel im Browser des Users geladen und ausgeführt, beispielsweise analytics.js für GA3 (Universal Analytics) oder gtag.js für Google Analytics 4.

Dieses Script erfasst nun Daten zum Verhalten des Nutzers, beispielsweise den Besuch bestimmter Seiten, Klicks oder Geräteinformationen und übermittelt diese an den Vendor (also zum Beispiel Google für Google Analytics). Jede Datenerfassung erfolgt dabei als „Request“ von dem Browser an den jeweiligen Vendor.

Es gibt also eine direkte Verbindung zwischen dem User und dem Vendor. Client Side Tagging lässt sich relativ einfach unterbinden, indem diese Verbindung geblockt wird. Außerdem wird beim Client Side Tracking immer eine IP-Adresse übermittelt, was zu Datenschutzproblemen führt und zum Beispiel in der EU zwangsläufig eine Einwilligung des Users erfordert.

Server Side Tracking: Tagging-Server als Zwischenstelle

Beim Server Side Tracking wird ein eigener Tagging-Server dazwischen geschalten. Da dieser nicht vom Drittanbieter wie z.B. Google betrieben wird, sondern vom Betreiber (dir) selbst, spricht man von „First Party“, im Gegensatz zum „Third Party“-Server des Vendors.

Die Daten zum User fließen also zunächst an den Tagging Server, von wo aus sie an verschiedene Vendoren wie Google, Facebook oder Hubspot weiterverteilt werden.

Server Side Tagging: Funktionsweise
Server Side Tracking: Funktionsweise

Die Vorteile des Server Side Tracking

Beim Server Side Tracking hat der Drittanbieter keinen direkten Zugriff auf deine Website, das Userverhalten und personenbezogenen Daten. Der Tracking Server agiert als schützender Puffer zwischen den Usern und den datenhungrigen Vendoren. Die Nutzerdaten gehen also nicht mehr direkt an google-analytics.com, sondern z. B. an den Server tagging.meine-website.de.

Sensible Daten wie die IP-Adresse können vom Tagging-Server leicht herausgefiltert werden, sodass einige Daten sogar ohne expliziter Einwilligung der User an Vendoren übermittelt werden können.

Browserhersteller nutzen in den letzten Jahren immer mehr sogenannte intelligent tracking preventions (ITP). Die Verbindung zu bekannten Trackingservern wie von Google oder Facebook werden hierbei automatisch geblockt, sodass keine oder teilweise auch gezielt falsche oder unvollständige Daten übermittelt werden.

First-Party-Cookies über eigene Tagging-Server sind davon nicht betroffen und können auch in Zukunft weiterhin zuverlässig Tracking betreiben.

Weitere Vorteile vom Server Side Tracking sind unter anderem:

  • Bessere Kontrolle über die erfassten und übermittelten Daten
  • Wenn Third-Party-Cookies eingestellt werden, werden First-Party-Cookies über SST weiterhin unterstützt.
  • Adblocker können besser umgangen werden, was genauere Daten und eine bessere Monetarisierung ermöglicht
  • Bessere Performance, da nur ein Tag implementiert werden muss
  • Sämtliche Informationen über das Tracking sind an einer Stelle, was die Übersichtlichkeit erhöht und z. B. Datenschutz-Audits erleichtert
  • Längere Speicherdauer von Cookies, da viele Browser diese mittlerweile nach einem Tag löschen
  • Umfassende Sicht auf den User über alle Touchpoints

Tracking ohne Einwilligung: Wird mit den First Party Daten über SST der Traum jedes Webanalysten wahr?

Spätestens seit der Einführung der erweiterten Datenschutzvorschriften im Zuge der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) im Jahr 2018 müssen Nutzer einwilligen, bevor personenbezogene Daten von Tracking- und Webanalysediensten wie Google Analytics erhoben werden. Für diese Einwilligung sind Cookie-Consent-Lösungen (z. B. Cookie Banner) die populärste Möglichkeit.

Cookie Consent auf growganic.de

Um auf Nummer sicher zu gehen, dass dein Tracking rechtskonform ist, konsultiere idealerweise einen Anwalt, der auf Datenschutz spezialisiert ist oder nutze etablierte Lösungen für das Consent-Management. So vermeidest du Klagen oder Abmahnungen.

Das Problem hierbei ist, dass rund 30 Prozent der Nutzer bei Cookie Bannern auf „Ablehnen“ klicken und nicht von Marketing- und Analysetools erfasst werden wollen. In der letzten Zeit ist das allgemeine Interesse am Datenschutz stark gestiegen, weswegen die Zustimmungsrate weiter zurückgeht.

Wie kann nun Server Side Tracking eine Lösung für dieses Problem sein?

Nicht für jede Art des Webtrackings ist zwingend eine Einwilligung des Users erforderlich. Werden lediglich anonym allgemeine Website-Metriken wie Besucherzahl von Seiten, Einstiegs- und Ausstiegspunkte, Absprungraten oder Events wie Kaufabschlüsse, Umsatz oder Punkt des Warenkorbabbruchs erfasst, benötigst du keine Zustimmung.

Beim rein clientseitigen Betrieb von Tools wie Google Analytics werden in den Third Party Daten allerdings immer auch personenbezogene Daten wie etwa die IP-Adresse des Users übermittelt. Beim Server Side Tracking hast du die volle Datenkontrolle und kannst auswählen, welche Daten aus dem First Party Tracking an den Vendor weitergeleitet werden.

Nicht alle Trackingdaten benötigen eine Einwilligung des Users

Beispielsweise kannst du auswählen, dass personenbezogene Daten wie die IP-Adresse nicht an Google Analytics weitergeleitet werden. Dadurch kannst du Basisfunktionen des Webtrackings auch ohne Einwilligung des Nutzers betreiben. Mit dem Hintergrund der sinkenden Einwilligungsrate von Nutzern bei Consent-Abfragen hast du eine wesentlich größere Informationsmenge in deinen Trackingtools zur Verfügung.

Bevor du dich voller Freude ans Tracking ohne Einwilligung des Users machst, lasse deine Konfiguration von einem Experten überprüfen, ob dein Tracking wirklich datenschutzkonfom abläuft.

Deutlich schnellere Website durch weniger JavaScript-Code

Spätestens seit Google offiziell bekannt gegeben hat, dass die sogenannten Core Web Vitals direkte Rankingfaktoren sind, solltest du darauf achten, dass deine Website keine langen Ladezeiten hat. Aber auch unabhängig davon solltest du ein Interesse daran haben, eine performante Website zu haben, damit die Nutzer ohne lange Wartezeiten mit deinen Inhalten interagieren können.

Ein häufiger Grund für lange Ladezeiten sind viele JavaScript-Dateien, die bei jedem Seitenaufruf geladen werden. Bei clientseitigem Tracking wird für jeden Anbieter eine eigene JavaScript-Datei geladen. Nutzt du mehrere Marketing- und Analysetools wie Google Analytics, Facebook, Criteo und AWIN, führt das zum Laden von viel unnötigem Code, da alle ja doch die gleichen oder ähnliche Daten erheben.

Ergebnis des Google Lighthouse-Report für Spiegel.de: Es werden sehr viele JavaScript-Dateien geladen
Ergebnis des Google Lighthouse-Report für Spiegel.de: Es werden sehr viele JavaScript-Dateien geladen

Benutzt du bisher Client Side Tagging und verwendest mehrere dieser Tracking-Dienste, stehen die Chancen hoch, dass Speed-Analysetools wie Google Lighthouse oder GTMetrix damit nicht zufrieden sind und dir vorschlagen, für eine bessere Performance weniger JavaScript-Dateien zu laden.

Server Side Tracking kann eine einfache Lösung sein, um deine Core Web Vitals-Ergebnisse deutlich zu verbessern. Es wird für das Tracking nur eine JavaScript-Datei, beispielsweise die vom Google Tag Manager geladen, und die gemessenen Daten werden nur einmal übertragen: vom Browser zum Tagging-Server. Dort werden die Daten schließlich verarbeitet und gegebenenfalls an die Vendoren weiter übertragen.

Viele Anbieter von Marketing- und Analysetools empfehlen mittlerweile Server Side Tracking als bevorzugte Implementierung ihrer Tags.

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So richtest du das Server Side Tracking ein

Die Zukunft des Trackings liegt also im Server Side Tracking. Wie du deine serverseitige Trackingumgebung aufbaust, erfährst du in den folgenden Abschnitten. Der Server Tag Manager von Google ist als einzige professionelle Lösung kostenlos, die Nutzung von Google Analytics 4 ist in der Basisvariante ebenfalls kostenfrei. Aus diesem Grund empfehlen wir für das Tracking den Google Tag Manager (GTM).

Für das Einrichten benötigst du folgende Dinge:

  • Tag Manager (Web)
  • Tag Manager (Server)
  • Tracking-Server
  • Domain-Mapping des Tracking-Servers

Google Tag Manager Server anlegen

Wenn du einen Google Tag Manager-Account hast, ist der Tag Manager für Web in der Regel bereits eingerichtet. Für den Tag Manager Server richtest du einfach einen zweiten Container mit „Server“ als Zielplattform ein.

Neuen Container für den Tag Manager Server im GTM erstellen
Neuen Container für den Tag Manager Server im GTM erstellen

Tracking-Server einrichten

Für den tatsächlichen Betrieb des Servers benötigst du zusätzlich noch einen eigenen Tracking-Server. Hier hast du die Wahl zwischen einem automatisch eingerichteten, kostenlosen Google Cloud-Server oder deinem eigenen Server:

GTM: Neuen Tagging-Server einrichten
GTM: Neuen Tagging-Server einrichten

Domain-Mapping konfigurieren

Damit nun das Tracking mit First Party Cookies funktioniert, musst du eine Subdomain von deiner Domain mit dem Cloud Server verknüpfen, zum Beispiel tracking.meine-domain.de.

Wie diese Konfiguration bei deinem Domain- oder Hostinganbieter funktioniert, kannst du in der Google Dokumentation nachlesen.

Tags und Tracking einrichten

Anschließend kannst du wie gewohnt deine Tags und Trigger konfigurieren. Wie du Google Analytics 4 mit dem Google Tag Manager in deine Website einbindest, kannst du hier nachlesen.

Fazit: Server Side Tracking ermöglicht ein zukunftsfähiges Tracking

Server Side Tracking ist eine völlig neue Art des Trackings, die das Webtracking in ein neues Zeitalter führen könnte. Die serverseitige Art und die Nutzung von First Party Cookies statt Third Party Cookies bringt einige Vorteile, wie eine bessere Datenkontrolle, schnellere Ladezeiten und eine lückenlosere Erfassung des Nutzerverhaltens.

Mit immer strengeren Datenschutzvorschriften und Mechanismus zum Verhindern von Tracking im Browser und in Plug-ins wird die Luft für Third Party Tracking immer enger und es könnte sein, dass Client Side Tracking schon bald ein Nischendasein fristet.

Indem du Server Side Tracking einrichtest, zum Beispiel über den Google Tag Manager, bist du für die Zukunft des Trackings gerüstet. Allerdings ist Server Side Tracking teilweise nicht gerade einfach in Setup und Konfiguration. Gerne unterstützen wir von growganic dich beim Server Side Tracking Aufbau für deine Website.

Verwendest du schon Server Side Tracking auf deiner Website? Hinterlasse uns gerne einen Kommentar und berichte uns von deinen Erfahrungen!

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